die wunderbaren traeume des baeren odin
tagtraum 10

es ist schon spaet am nachmittag
und odin ist muede ins gras gefallen.
das gras ist wunderbar kuehl
und odin,
der mit dem ruecken flach darauf liegt,
geniesst es endlich,
die heute sehr angestrengten baerentatzen,
zu entspannen.
er reckt und streckt sich,
und rollt sich auf der feuchten wiese hin und her.
das findet er sehr toll.
als er so zwischen den bunten pilzen auf der wiese liegt
und nach oben schaut,
sieht er den mond,
zwischen den baeumen,
am himmel stehen.
ja,
man kann den mond da oben auch am tag,
wenn die sonne hell leuchtet,
sehen.
aber nur,
wenn keine wolken am himmel sind,
die die sicht zum mond verdecken.
eigentlich ist odin viel zu muede,
um sich jetzt noch gedanken darueber zu machen,
wie man als baer wohl auf den mond hinauf kommt.
aber irgendwie denkt er doch darueber nach
und ist der meinung,
dass man den mond vielleicht auf dem ruecken eines grossen adlers erreichen kann.
nein,
nein,
das geht wohl nicht,
denn der mond ist viel zu weit weg,
und wo soll sich denn der adler auf seinem weg zum mond ausruhen
wenn er einmal eine kleine pause machen moechte,
um seine fluegel zu entspannen
und um etwas zu essen und zu trinken.
naja,
vielleicht erreicht man den mond auch,
indem man mit einem flugzeug hinauffliegt.
nein,
das geht wohl auch nicht.
wie soll denn das flugzeug das ganze benzin transportieren,
das es braucht,
um bis zum mond,
und was noch viel wichtiger ist,
wieder zurueck zur erde zu kommen?
also bleibt nur die eine moeglichkeit,
naemlich die,
sich in eine grosse mondrakete zu setzen,
um damit diese grosse entfernung zu ueberwinden.
deshalb muss sich odin noch zwei baeren suchen,
die mit zum mond fliegen moechten.
gesagt,
getan.
odin findet schnell zwei baeren,
die bereit sind,
sich ihre raumanzuege anzuziehen
und danach in die mondrakete zu steigen,
um sich auf den weiten weg zum mond zu begeben.
die rakete hebt mit lautem getoese,
dass von den triebwerken kommt,
und vielen wasserdampfwolken,
so wie bei einer lokomotive,
von der startrampe ab
und fliegt zum mond.
die baeren jubeln
und alle freuen sich,
bald auf dem mond spazieren gehen zu koennen.
odin,
der waehrend des fluges aus einem der fenster schaut,
bemerkt,
dass die erde irgendwie immer kleiner wird.
aber das sieht natuerlich nur so aus,
denn in wirklichkeit bleibt sie ja so gross wie sie ist.
sie ist ja doch kein luftballon,
dem man die luft herauslaesst
und der deswegen zusammenschrumpft.
nun wird der mond immer groesser,
weil man ihm naeherkommt
und die erde wird immer kleiner,
weil man sich von ihr mit der rakete entfernt.
die mondrakete wirft nun nach
und nach die leeren treibstofftanks,
deren benzin verbraucht ist ab,
und die rakete wird immmer kuerzer
und kuerzer.
zum schluss bleibt nur noch eine raketenstufe uebrig,
in der noch treibstoff fuer den nachhauseflug ist.
denn die baeren moechten ja nicht nur zum mond hinfliegen,
nein,
sie moechten ja auch wieder nach hause.
an der vorderen seite der letzten raketenstufe ist die raumkapsel,
mit der die baeren ihren flug steuern
und die kleine fenster hat,
damit man auch einmal hinausschauen kann.
mit dieser uebriggebliebenen kleinen rakete kann man natuerlich nicht landen,
und deshalb haben sich die drei baeren noch etwas mitgebracht.
es ist eine kleine mondlandefaehre,
die zusammengefaltet in der letzten raketenstufe war,
und die nun dazu dient,
mit ihr auf dem mond zu landen.
odin und seine freunde haben nun auch die helme der raumanzuege angezogen
und setzen sich hinter das steuer der mondlandefaehre.
und schwupps,
schon sind sie gelandet.
die mondlandefaehre,
die drei kleine gefederte beine hat,
ist sicher auf der mondoberflaeche gelandet.
nun koennen alle baeren aussteigen
und auf dem mond spazierengehen.
natuerlich nur mit den raumanzuegen
und ihren helmen,
dicht verschlossen,
denn auf dem mond gibt es keine luft,
die man atmen kann.
dort oben ist es ganz anders als auf unserer erde.
man ist viel leichter
und wenn man in die luft huepft,
fliegt man langsam nach oben
und auch langsam wieder nach unten.
man kann sehr grosse,
weite spruenge machen,
was sehr lustig aussieht wenn man daneben steht
und zuschaut.
hier oben auf dem mond gibt es auch keine seen,
fluesse,
gruene wiesen und felder,
oder baeume.
es gibt hier auch keine anderen tiere.
hier oben ist wirklich niemand,
ausser den baeren.
und wenn jemand ruft,
hoert man das im luftleeren raum auch nicht.
hier oben ist es ganz,
ganz still.
keine voegel zwitschern,
keine baeren knurren,
kein laub raschelt im wind,
kein fluesschen rauscht,
keine grille zirpt,
es ist einfach nichts
und niemand zu hoeren.
und was sieht odin noch?
alle sachen haben ganz lange schatten.
das ist sehr lustig
und die baeren lachen in ihren raumanzuegen.
odin hat auch einige krater im boden des mondes entdeckt,
manche so gross wie eine baerentatze,
mache so gross wie ein baum
und andere so gross wie ein ganzer wald.
und ueberall liegen steine herum.
kann hier nicht einmal jemand aufraeumen?
wenn nun ein baer ueber einen stein stolpert
und in einen krater faellt?
oje,
er faellt dann so langsam wie eine schnecke laeuft hinunter
und die anderen muessen dann erst einen weg ueber den kraterrand,
dort wo es nicht so steil nach unten geht,
finden,
um den hinuntergefallenen baer wieder zurueck nach oben zu bringen.
oh,
was ist denn das?
was ist denn das fuer ein seltsames ding?
es hat vier grosse raeder mit viel profil,
um auf dem mondboden gute haftung zu haben.
lenken kann man es auch.
und es hat viele antennen,
damit man sich ueber funk mit den anderen in ihren raumanzuegen unterhalten kann.
das muss man gesehen haben,
denkt sich odin.
aber was ist denn das?
das ist ja ein mondauto.
das muss wohl jemand,
der vor uns hier oben gewesen ist,
stehengelassen,
oder vergessen haben.
aber wer kann denn ein so grosses mondauto hier oben vergessen?
doch nicht etwa kleine gruene baeren vom mars oder jupiter?
er muss geahnt haben,
dass spaeter einmal,
einige baeren mit einer mondrakete hier auf dem mond landen wuerden,
um mit dem mondauto herumzufahren und sich alles anzuschauen.
und genau das machen die baeren jetzt auch.
sie setzen sich auf die sitze des mondautos,
das aber nur zwei sitze hat.
na,
das wird schon irgendwie funktionieren.
drei baeren auf zwei sitzen,
da muessen sie eben waehrend der fahrt ueber die mondoberflaeche etwas zusammenruecken.
und die beiden,
die aussen sitzen,
muessen sich ganz besonders gut festhalten,
damit sie nicht herunterplumpsen.
sie fahren mit dem mondauto um die grossen krater herum,
halten waehrend der fahrt einmal kurz an
und sehen sich von weitem die erde an,
den planeten,
von dem sie kommen.
man kann das viele wasser auf der erde sehen.
und das grosse land afrika,
dort wo die elefanten,
giraffen,
loewen,
affen und viele andere tiere leben.
man kann auch eine grosse regenwolke sehen,
die ueber das meer in richtung afrika zieht.
na,
dann wird es wohl in der naechsten zeit in afrika regnen.
den baeren,
die im mondauto spazieren fahren,
faellt auch der mit sternen bedeckte himmel auf.
es ist wunderschoen,
die erde
und den sternenhimmel auch einmal vom mond aus zu sehen.
doch nun ist es zeit,
mit dem mondauto zurueck zur mondlandefaehre zu fahren.
auch die baeren lassen das mondauto fuer die naechsten,
die den mond besuchen moechten,
zurueck.
denn wie soll das mondauto denn in die kleine raumkapsel passen,
die zur erde zurueckfliegt?
sie hat gerade platz genug fuer drei baeren in ihren raumfahrerkleidern.
nun fliegt die raumkapsel mit den drei baeren durch den weltraum zurueck zur erde,
und landet weich im wald der baeren.
nach diesem traum wacht odin wieder auf
und denkt ueber die vielen traeume die er in der letzten zeit hatte nach.
es ist eigentlich eine wunderbare sache ein kleiner honigbaer zu sein.
man kann viele dieser sachen die odin getaeumt hat,
als baer zwar nicht machen.
aber man kann ganz toll davon traeumen
und wunderbare abenteuer dabei erleben.
-
tschuess, euer kleiner honigbaer odin.