die wunderbaren traeume des baeren odin
tagtraum
3

aber was ist denn das?
odin sitzt auf dem weichen waldboden
und traeumt von indianern,
und ploetzlich faellt ihm ein kleiner ast,
der sich aus einem baum geloest hat,
auf den kopf.
oje,
das gibt bestimmt eine dicke beule.
dieses geschehen hat eine kleine schnecke beobachtet,
die sich daraufhin vorsichtshalber dazu entschlossen hat,
unter einem pilz in sicherheit zu gehen
und unter seinem hut schutz zu suchen,
bevor ihr womoeglich das gleiche missgeschick passiert wie dem kleinen baer,
der sich immer noch den schmerzenden kopf haelt.
aber was waere,
wenn die kleine schnecke auf dem weg zum naechsten pilz waere,
und gerade in diesem moment wieder ein ast vom baum fallen wuerde?
na dann bliebe nur noch eine moeglichkeit,
naemlich sich sehr schnell in das eigene schneckenhaeuschen zurueckzuziehen
und so lange in sicherem schutz zu bleiben,
bis der ast irgendwo hingefallen ist
und niemandem mehr schaden kann.
odin, der noch etwas verschreckt auf dem waldboden sitzt
und sich den herabgefallenen ast ansieht,
wuenscht sich,
er moege in dem moment,
als ihm der ast auf den kopf gefallen ist,
ein stolzer ritter gewesen sein.
denn mit einer stabilen ritterruestung,
die einen baeren von kopf bis fuss in einer solchen situation geschuetzt haette,
waere ihm der ast bestimmt nicht auf den kopf,
sondern auf den ritterhelm gefallen.
und mit diesem helm haette es bestimmt keine beule gegeben.
die ruestung haette dann wohl bestimmt eine kleine delle.
das waere aber nicht so schlimm denn,
lieber eine ruestung mit delle als ein baer mit beule.
ein ritter,
der eine ritterruestung bestehend aus festen schuhen,
bein- und knieschutz,
brustpanzer,
schulterschutz,
arm- und ellenbogengelenkschutz,
halspanzer
und einem helm besitzt,
braucht sich wohl ueber herabfallende sachen keine gedanken zu machen,
denn diese prallen sicher an seiner ruestung ab
und fuegen ihm nicht eine schramme zu.
damit die stolze ruestung noch schoener aussieht,
traegt ein ritter dazu noch einen schoenen weiten umhang
und auf seinem helm einen wunderbaren kopfschmuck aus federn oder tuch.
damit die ruestung strahlend glaenzt,
wird sie jeden tag geputzt
und poliert bis jede ecke
und kante funkelt.
das dauert mehrere stunden,
ist aber sehr wichtig.
ein grosses,
kunstvoll geschmiedetes schwert darf natuerlich keinem ritter fehlen.
deshalb haelt odin sein schwert stolz in die luft um allen aesten,
die darauf warten,
von irgendeinem baum zu fallen,
zu zeigen,
dass sie ihm ueberhaupt nichts mehr anhaben koennen.
denn er wuerde sie einfach waehrend des herabfalles mit dem schwert in stuecke schlagen
oder aber ganz einfach das helmvisier schliessen
und sehen was anschliessend passiert.
nachdem odin festgestellt hat,
dass er vor einem grossen,
fast ueber die ganze wand reichenden wappen steht,
dass ihn mit froehlichem gesicht zeigt,
und dazu noch diese wunderbare,
sichere ritterruestung traegt,
fuehlt er sich wieder sehr beruhigt
und macht sich langsam auf den weg zu seiner ritterburg.
dort warten bestimmt schon alle anderen ritter auf ihn,
um mit ihm gemeinsam das bevorstehende ritterturnier vorzubereiten,
zu dem sicher alle geladenen ritter
und viele zuschauer kommen werden.
die burg hat zwei grosse turrme,
die sich links
und rechts neben der zugbruecke befinden.
oben,
auf den tuermen,
befinden sich die zinnen zwischen denen man,
wenn man sich etwas nach vorne beugt,
hindurch nach unten sehen kann.
wer sich aber zu weit nach vorne beugt faellt vielleicht hinunter,
in den mit wasser gefuellten burggraben.
also vorsicht!
zur vorbereitung eines ritterturnieres gehoeren viele aufgaben,
die alle zur zufriedenheit der ankommenden turnierteilnehmer,
unter denen sich auch dieses mal wieder viele prinzessinen,
prinzen
und neu hinzugekommene ritter befinden,
geloest werden muessen.
die burg muss von der oberen turmspitze
bis hinab in den tiefsten winkel des kellers fein saeuberlich geputzt werden,
die fahnen mit den baerengesichtern muessen gewaschen
und aus den fenstern gehaengt werden.
die zugbruecke muss kontrolliert werden ob sie den vielen besuchern standhaelt
und nicht zusammenbricht wenn alle ueber sie in die burg laufen moechten.
es waere unvorstellbar,
wenn alle in den mit wasser gefuellten burggraben fallen!
nein,
das darf nicht passieren.
es waere ja schlimm,
wenn man dann viele kleine baeren aus dem burggraben ziehen muesste.
all die durchnaessten kleider,
die man zum trocknen auf eine waescheleine haengen muesste.
eine waescheleine,
die so lang waere,
dass sie bis ins dorf hinunter reichen wuerde,
und man sich dort fragen muesste was denn oben in der burg passiert sei.
zu den vorbereitungen fuer das fest zaehlt auch das aufstellen von kerzenleuchtern ueberall in der burg.
in dunklen nieschen,
an allen treppen
und in allen gaesteraeumen muss viel licht sein,
damit sich die gaeste ueberall zurechtfinden,
sich nicht in einer dunklen ecke verirren
oder gar irgendwo stossen und eine beule zuziehen.
nanu,
das mit der beule kommt mir bekannt vor.
nachdem im speisesaal alle vorbereitungen getroffen wurden
hat man auch alle schlafzimmer in ordnung gebracht.
im speisesaal hat man auf den grossen,
langen tisch wunderschoene,
bunt bestickte tischdecken gelegt.
ausserdem wurde er mit edlen tellern,
kelchen,
messern,
gabeln,
loeffeln
und vielen blumenvasen mit herrlich duftenden blumen gedeckt.
zu den blumenvasen hat man kleine kerzenleuchter gestellt,
damit die gaeste beim essen schoen viel licht haben.
in den schlafzimmern wurden alle bettdecken
und kopfkissen mit frisch gewaschenen,
blumig duftenden tuechern ueberzogen,
damit sich auch jeder gast wohl fuehlt und gut schlaeft.
da nun alle vorbereitungen fuer das ritterturnier in der burg abgeschlossen waren,
begaben sich alle nach draussen vor die burg.
dort sollte die grosse tribuene aufgebaut werden,
auf der alle zuschauer waehrend des turniers platz nehmen konnten,
um aus erhoehter position den wettkampf
zwischen den einzelnen rittern mit ihren pferden besser beobachten zu koennen.
als die tribuene fertiggebaut
und mit einem grossen rot blau gestreiften tuch als regen- und sonnenschutz bedeckt war,
kamen auch schon die edlen stolzen ritter
und stellten mit ihren knappen die ritterlichen zelte auf.
in diesen zelten hielten sich die ritter waehrend des turniers auf.
ausserdem zogen sie hier ihre ruestungen an und aus,
denn wer kann schon in einer so schweren,
metallernen ruestung laengere zeit herumlaufen.
um ein solches ritterturnier zu bestreiten,
braucht ein ritter natuerlich auch ein schoenes,
bunt bekleidetes pferd,
dass die gleichen farben auf seinem umhang traegt wie der ritter,
damit jeder der zuschauer sieht,
welches pferd zu welchem ritter gehoert.
zu ritter und pferd gehoert natuerlich auch eine lange lanze,
die ebenfalls die gleichen farben hat wie ritter und pferd.
wenn das turnier beginnt,
spielen einige hofposaunisten eine kleine fanfare damit jeder weiss,
dass die veranstaltung jetzt eroeffnet wurde oder begonnen hat.
nun versuchen zwei ritter auf ihren pferden,
sich mit den langen lanzen von ihren pferden zu schubsen.
wenn es ein ritter schafft,
den anderen ritter von seinem pferd zu schubsen,
hat er gewonnen
und versucht sein glueck mit dem naechsten ritter,
und das ganze turnier geht so lange,
bis der letzte ritter vom pferd geschubst wurde
und nur noch einer uebriggeblieben ist.
dieser uebrigebliebene ritter,
der es geschafft hat,
nicht vom pferd geschubst zu werden ist der gewinner des turniers
und bekommt vom burgherrn oder einer anwesenden prinzessin einen schoenen preis
oder er darf zur belohnung mit dieser prinzessin beim burgfest die ganze nacht tanzen
und lachen.
um die speisen fuer das grosse fest zuzubereiten
reisten natuerlich auch die besten koeche aus nah und fern an
und ueberraschten alle gaeste mit wunderbar schmeckenden speisen,
die keine wuensche mehr offen liessen.
vom braten bis zum leckersten honig wurde alles aufgetischt,
und keines der kleinen baerenmaeuler blieb auch nur ein bisschen hungrig.
man bekam alles,
was ein kleines baerenherz begehrt.
es gab viele arten fisch,
es gab viele verschiedene sorten kuchen.
vom schokoladenkuchen bis zum vanille gefuellten kuchen.
die koeche waren sogar so gut,
dass nichts mehr,
ueberhaupt nicht mehr von den zubereiteten speisen uebrig blieb.
alle gaeste,
ob ritter oder edelmann,
stallbursche oder prinz
setzten sich nach dem essen zufrieden
und gluecklich zusammen
und lauschten der musik der hofmusikanten oder tanzten zu ihr.
als gastgeber
und burgherr war odin natuerlich auch mindestens ein tanz mit einer schoenen prinzessin sicher.
mit einer bestimmten tanzte er viele lieder lange,
lachte dabei
und huepfte mit grossen schritten ueber die tanzflaeche.