die wunderbaren traeume des baeren odin
tagtraum
6

waehrend odin im laub liegt
und seinen wunderbaren traum von der kirche,
ihm als pfarrer
und dabei den zwei baerenmessdienern traeumt,
wird er von einer klitzekleinen schmeissfliege geweckt,
die um seinen kopf herumsaust
und dabei ihre runden dreht.
die kleine schmeissfliege hat sich,
waehrend odin in seinem laubhaufen lag
und schlief,
genau neben sein ohr gesetzt
und ihn durch lautes summen aufgeweckt.
na gut,
denkt sich odin.
wenn ich nun schon einmal wach bin kann ich auch einen kleinen spaziergang durch den wald machen
und dabei vielleicht wieder ein paar neue sachen entdecken.
die schmeissfliege ist auch nicht mehr zu sehen.
naja,
vielleicht ist sie zu einem anderen baeren geflogen,
der auch gerade schlaeft,
um auch ihn mit ihrem lauten summen zu wecken.
kaum hat odin ueber neu zu entdeckende dinge nachgedacht,
sieht er auch schon etwas,
dass seine aufmerksamkeit erregt.
eine kleine blaue schnecke,
mit einer roten knubbelnase,
kriecht ueber einen grossen,
bunten pilz mit einem grossen hut.
neben diesem pilz steht ein etwas groesserer pilz der fast die gleichen farben traegt,
wie der pilz ueber dessen hut die schnecke kriecht.
odin,
der mitten auf einer lichtung steht,
ist das ganze viel zu langweilig.
einer schnecke,
die auf einem pilz spazieren geht zuzusehen,
ist viel zu ermuedend.
deshalb verschliesst odin mit seinen baerentatzen seine augen.
es waere jetzt sehr schoen,
denkt sich odin mit verschlossenen augen,
wenn ich die augen wieder oeffnen wuerde
und ein lustiger clown waere.
denn ein clown,
der in einer manege andere baeren,
die auf einer grossen tribuene sitzen
und zusehen,
mit lustigen,
witzigen dingen zum lachen bringt,
waere jetzt genau das,
wozu er lust haette.
odin nimmt seine baerentatzen von den augen,
oeffnet sie,
und,
was ist denn das?
ja,
er ist ein bunt gekleideter clown.
ein clown,
der auf einem seil balanciert,
an dem bunte luftballons festgebunden sind.
um gut
und sicher balancieren zu koennen,
hat er einen schirm in der hand.
mit diesem schirm kann er sein gewicht beim laufen auf dem seil ausgleichen,
und kommt so sicher bis an das andere ende des seiles.
ueber seine ankunft am ende des seiles freut er sich schon ganz besonders,
denn es ist wirklich nicht einfach ueber ein so langes,
duennes seil zu laufen.
vor allen dingen nicht,
wenn man so grosse lange,
dicke clownschuhe traegt.
ausserdem war es sehr schwierig die schnuersenkel der clownschuhe zu binden,
denn es sind sehr lange schnuersenkel.
und wer nicht sehr geuebt im schuhebinden,
so wie ein kleiner honigbaer,
ist,
hat es nicht leicht,
eine anstaendige schleife zu binden.
odin traegt auch eine rote peruecke,
die eigentlich alle clowns auf ihrem kopf tragen,
denn rote peruecken sind sehr lustig anzusehen.
zu der roten peruecke traegt odin einen kleinen,
grauen hut auf seinem kopf,
der waehrend seines gezappels oft herunterfaellt
und den er staendig wieder aufheben
und auf seinen kopf setzen muss.
denn dort gehoert er ja auch hin
und nicht etwa in die hosentasche oder ueber die pappnase gehaengt.
odin hat sich auch das gesicht geschminkt.
rote flecken auf die baerenbacken.
um den mund herum gruene
und ueber die augen rosa
und blaue farbe.
dazu traegt er ein gruenes hemd mit rosa und orangen punkten,
einen guertel
und eine blau - rot gestreifte kurze hose,
die bis zu den knien reicht.
die clownschuhe,
die er bei seiner hochseilartistik traegt sind uebrigens leuchtend gelb.
ploetzlich geht das licht in der manege aus.
ein einzelner scheinwerfer wieder an.
und wer steht in der mitte der manege
und kuendigt die naechste nummer an?
der zirkusdirektor.
er tritt in die mitte der manege
und der grosse schwere rosafarbene vorhang oeffnet sich.
es ist die clownnummer die nun beginnt
und odin kann mit seinen freunden in die manege huepfen,
um dem anwesenden puplikum die sachen,
die sie einstudiert haben,
zu zeigen.
das licht geht an
und die gesamte manege ist nun von dem licht der vielen,
bunten scheinwerfer hell erleuchtet
und jeder kann die clowns sehen,
die durch die manege huepfen,
springen,
kullern
und fallen.
einer der clowns jongliert mit tuerkisfarbenen kegeln,
die er ueber seinem kopf in die luft wirft
und danach wieder nacheinander auffaengt.
dabei muss er aufpassen,
dass keiner dieser kegel auf einen seiner fuesse faellt,
wenn er einmal danebengreift.
denn eine beule am fuss,
oje,
wer soll damit noch anstaendig laufen?
oder kunststuecke zeigen?
in der mitte der manege balanciert ein anderer clown mit einem riesigen,
auf einer kurzen stange liegenden,
ball.
dabei steht er auf einem bein
und haelt das andere ausgestreckt in die luft.
neben diesem clown,
der uebrigens einen langen,
blauen mantel
und dazu einen kleinen gelben hut mit blauen punkten traegt,
sitzt ein seehund auf einem wasserball.
dieser wasserball ist noch viel groesser als der ball,
mit dem der clown in der mitte der manege spielt.
der seehund muss ganz schoen aufpassen,
damit er die balance auf dem riesenball nicht verliert und herunterplumpst.
fuer einen seehund ist es eben nicht sehr einfach auf einem riesenball zu balancieren,
denn ein seehund schwimmt ja normalerweise irgendwo im wasser herum
und macht dort seine spaesse.
fuer einen baeren waere das balancieren auf einem ball bestimmt auch nicht leicht.
er muesste,
wie der seehund,
vor seinem auftritt in der manege,
lange ueben,
um dem puplikum zeigen zu koennen,
dass er mindestens genauso gut balancieren kann wie der seehund.
und wer ist das?
neben dem seehund sitzt ja noch ein clown.
er ist aber anders gekleidet als die beiden anderen.
er traegt einen leuchtend gelben strampelanzug mit einer halzkrause
und dazu einen spitzen hut.
da in der manege ueberall bunte baelle herumliegen,
muessen alle clowns bei ihrer vorstellung aufpassen,
dass sie nicht ueber einen stolpern
und auf den manegenboden fallen.
das publikum wuerde zwar denken,
dass das zur vorstellung gehoert
und wuerde lachen,
aber so ein hingefalle muss ja nicht sein.
das ganze zirkuszelt wird uebrigens von vier duennen saeulen,
die durch drahtseile miteinander verbunden sind
und die zusaetzlich am boden verankert wurden,
getragen.
das zelt ist aus blauen
und roten stoffstreifen zusammengenaeht
und sieht nicht nur von innen,
sondern auch von aussen sehr schoen aus.
ueber dem eingang,
durch den alle artisten in die manege treten,
ist eine plattform,
die normalerweise mit einer kapelle besetzt ist.
aber heute ist kein musiker der kapelle da.
der trommler,
der trompetenspieler,
der posaunist,
der bassist,
der mundharmonikaspieler
und der dirigent sind leider an einer grippe erkrankt
und liegen alle an diesem abend in ihren betten,
und muessen natuerlich ganz schnell wieder gesund werden,
um wieder im zirkus fuer das puplikum spielen zu koennen.
das publikum besteht aus vielen baeren die bei betreten des zirkus luftballons geschenkt bekommen haben, und von denen einige ihren luftballon aufgeblasen haben.
nicht jeder hat einen luftballon,
denn beim aufblasen der ballons haben einige baeren zu stark gepustet
und die ballons sind geplatzt.
nun haengen ueberall ueber den koepfen der zuschauer bunte luftballons,
die alle an einer schnur festgebunden
und fest von den haenden oder ohren ihrer besitzer festgehalten werden.
der boden der manege ist mit sand bedeckt,
damit die pferde,
tiger,
loewen
und elefanten die nach den clowns an der reihe sind,
ueber weichen boden laufen koennen.
da die clowns aber waehrend ihrer vorstellung keinen sand in die schuhe bekommen moechten,
wurde eine grosse,
runde gruene plane auf den manegenboden gelegt.
sie ist eigendlich etwas zu glatt,
aber wenn man ein wenig aufpasst rutscht man auch nicht auf ihr aus.
zu dieser wunderschoenen vorstellung sind viele,
viele baeren gekommen.
schwarzbaeren,
braunbaeren sogar einige eisbaeren sind hier,
um sich die baerige clownvorstellung anzusehen
und applaudieren laut
und baerenstark nach jedem gelungenen witz.
jeder einzelne der baeren freut sich auf seine weise ueber die lustigen sachen,
die die baeren in der manege waehrend der vorstellung vorfuehren.
ein baer winkt aufgeregt
und ein anderer lacht die ganze zeit.
ein weiterer springt aufgeregt auf seinem sitz hin und her
und wieder ein anderer faengt auch an faxen zu machen
und streckt seine zunge heraus.