die wunderbaren traeume des baeren odin
tagtraum 7

und wieder hoert odin ein leises summen.
und wieder wird er aus einem aufregendem traum geholt.
odin findet sich,
mit seinem kopf an einen auf der einen seite abgebrochenen,
auf der anderen seite abgesaegten baum wieder.
er liegt entspannt im weichen gras,
auf dem viele bunte pilze
und graeser wachsen.
doch als er in den himmel blickt,
sieht er eine wunderschoene rosafarbene libelle,
die ueber ihm fliegt.
sie war es wohl,
die odin durch ihr leises summen aus seinem traum als clown zurueck in die wirkliche welt,
zu all den schoenen baeumen,
den graesern und farnen,
den wiesen
und feldern sowie all den bunten pilzen im wald,
geholt hat.
odin bemerkt,
dass die libelle vier fluegel hat,
durch die man hindurchsehen kann.
die fluegel sind ganz schoen gross
und man kann die feinen adern in ihnen sehen.
er sieht auch,
dass die libelle orangefarbene kleine beinchen hat,
auf denen sie,
wenn sie ihre fluege beendet hat,
weich und sicher landen kann.
denn sechs beine zum landen muessten eigentlich genug sein.
ausserdem besitzt sie grosse,
runde klupschaugen,
mit denen sie sehr gut sehen kann.
die grossen augen braucht sie auch,
denn wer so schnell fliegen
und die flugrichtung so ploetzlich aendern kann,
muss sehr gute augen haben,
damit er nicht ploetzlich irgendwo haengenbleibt,
an einem duennen ast vielleicht
und sich dann einen fluegel bricht.
aber libellen koennen so toll fliegen,
dass so etwas nie passiert.
doch odin faellt an der libelle noch etwas auf.
sie hat einen sehr langen schwanz,
mit dem sie das gleichgewicht halten
und waehrend des fluges die richtung aendern kann.
als odin die libelle so fliegen sieht,
ueberlegt er sich wie schoen es doch jetzt waere,
in einem fremden land zu sein.
fuer eine libelle die schnell fliegen kann,
waere es bestimmt kein problem,
eines dieser fremden laender schnell zu erreichen.
ein wenig abwechslung zu seinem wald waere sehr schoen.
aber in welchem land wuerde odin denn gerne einmal sein wollen?
dort wo es sehr kalt ist?
nein.
dort wo es sehr windig ist?
nein,
auch nicht.
dort wo es viel,
viel regnet?
nein,
nein.
auch nicht.
na,
wo denn?
odin,
hat den einfall,
dass es bestimmt dort sehr schoen waere,
wo es schoen warm ist.
denn waerme ist etwas wunderbares.
man friert nicht,
denn es ist nicht kalt.
man wird nicht fortgeweht,
denn es ist nicht windig
und man wird nicht nass,
weil es nicht regnet.
also waere die wueste
und mitten in ihr eine saftig,
gruene oase genau der richtige ort an dem odin jetzt sein moechte.
schon sieht er sich in einem weiten,
aus sehr,
sehr duennem tuch angefertigtem umhang.
dieser umhang reicht bis zum boden
und bedeckt fast seinen ganzen koerper,
um ihn vor der grellen sonne zu schuetzen.
denn ein baer mit sonnenbrand,
oje.
um sich auch davor zu schuetzen, dass man bei einem kleinen windstoss
oder waehrend eines starken sandsturms,
keinen sand in die augen,
die nase,
den mund oder die ohren geweht bekommt,
bedeckt odin sein gesicht ebenfalls mit einem tuch.
damit er keinen sonnenstich bekommt,
hat sich odin ein langes tuch um den kopf gewickelt,
dass auch seinen hals abdeckt.
um den weiten umhang zusammenzuhalten,
hat er sich einen guertel um den baerenbauch gebunden.
in diesem guertel traegt er ein schwert,
welches in einer scheide steckt.
mit dem schwert kann er fruechte aus der oase zerkleinern und auch mal,
wenn es unbedingt sein muss,
ein stueck fleisch zerschneiden.
nun geht die sonne langsam unter
und der himmel aendert seine farbe in ein wunderschoenes rot.
jetzt koennen sich auch die dromedare,
die den ganzen tag sachen durch die wueste getragen haben,
etwas ausruhen,
fressen
und wasser trinken.
die baeren waren mit den dromedaren den ganzen tag unterwegs,
um aus einer weit entfernten oase salz,
einige neue teppiche
und eine neue teekanne zu holen.
eines der dromedare hat es sich schon
neben dem vor kurzer zeit aufgeschlagenen zelt gemuetlich gemacht.
einer der baeren kann nun zu ihm gehen
und den sattel von seinem ruecken nehmen,
damit es sich bis zum naechsten morgen,
an dem die reise zu einer anderen oase weitergeht,
erholen kann.
das andere dromedar steht noch,
von odin an der leine gehalten da
und wartet darauf,
dass es die sachen,
die es bis zu dieser oase transportiert hat,
abgenommen bekommt.
in den beiden rosa tuechern auf dem ruecken des dromedares befinden sich salzbloecke,
die zum ueberleben in der wueste sehr wichtig sind.
zuerst hat man das salz mit den rosa tuechern umwickelt,
danach die tuecher mit einem seil rund um das salz festgebunden
und dann die kleinen rosa pakete auf dem ruecken des dromedares gut befestigt,
damit sie waehrend der reise durch die wueste nicht herunterplumpsen
und verlorengehen.
nun bekommen die dromedare auch noch etwas zu essen
und zu trinken.
nachdem die beiden dromedare entladen wurden,
haben nun auch odin
und seine freunde etwas zeit gefunden,
sich etwas zu entspannen
und von den anstrengungen des tages zu erholen.
einer der baeren hat einen leckeren schwarzen tee gemacht,
den jetzt alle genuesslich
und mit sehr viel ruhe trinken.
da odin ein kleines schleckermaul ist,
nimmt er nicht wie die anderen,
zwei wuerfel zucker fuer seine tasse tee,
nein,
er nimmt gleich vier wuerfel
und verruehrt sie mit dem loeffel.
der tee ist ja ganz schoen heiss.
einer der baeren bemerkt,
dass doch eigentlich jeder baer wissen muesste,
dass man zuerst ein paarmal umruehren
und ein wenig auf den tee blasen muss,
damit er etwas kaelter wird damit man ihn trinken kann.
die baeren sind so durstig von ihrer langen reise durch die wueste geworden,
dass sie gleich noch eine zweite kanne tee machen,
um diese auch gleich leerzutrinken.
tja,
lange reisen machen eben ganz schoen durstig.
oh,
was ist denn das.
ploetzlich rascheln die blaetter der grossen palmen.
etwas wind ist ist aufgekommen,
nein kein starker wind,
sondern nur eine ganze leichte,
kaum spuerbare brise,
die aber etwas kuehlung in die oase bringt.
die grossen palmenblaetter bewegen sich hin und her
und rascheln leise im wind.
aber hallo,
was ist denn das fuer ein kleines tierchen das da aufgeregt im sand herumlaeuft?
ist es eine spinne oder ein anderes insekt?
es ist ein kleiner skorpion,
der auf dem weg zum see ist,
der inmitten der oase liegt,
um dort ein ausgiebiges bad zu nehmen.
ja,
er moechte sich vom wuestenstaub befreien
und seine kleinen greifzangen vom sand reinigen.
ob irgend jemand seife dabei hat,
damit er sich auch gruendlich waschen kann?
denn skorpione sind sehr reinlich,
putzen sich staendig
und laufen immer duftend durch die gegend.
aber,
da ist ja noch jemand.
auch sehr klein
und mit einer knubbelnase
und einem langen schwanz.
eine kleine wuestenmaus hat sich in die naehe der baeren geschlichen
und beobachtet sie.
vielleicht moechte sie auch einen schluck tee trinken?
oder sie hat hunger
und sucht nach einem stueckchen kaese.
ja,
auch wuestenmaeuse lieben kaese.
nein,
sie moechte nichts von all dem.
sie ist nur aus ihrem versteck gekommen,
um die neuankoemmlinge zu begruessen.
denn die kleine graue wuestenmaus ist diejenige,
die immer hier wohnt.
sie moechte natuerlich genau wissen,
was in ihrer oase so alles los ist.
das bedeutet,
sie moechte wissen wer sich in der oase aufhaelt
und wer vielleicht ueber laengere zeit bleibt,
wer so kommt und geht.
nun ist die sonne fast untergegangen
und die baeren haben sich dazu entschlossen,
die kissen in ihrem zelt noch einmal aufzuschuetteln,
um sich dann schlafen zu legen.
am naechsten morgen,
gleich nach sonnenaufgang wollen sie noch ein frisches bad im see nehmen.
wenn die dromedare lust haben,
koennen sie natuerlich mitbaden.
danach ein schoenes fruehstueck mit frischem honig,
frischen broetchen und einer tasse kaffee,
und schon kann die reise zur naechsten oase losgehen.
aber halt,
zuerst muss der wassersack,
den odin beinahe vergessen haette,
auch noch mit frischem wasser gefuellt werden.
denn ohne wasser durch die wueste zu reisen,
naja,
dass waere mit sehr,
sehr viel durst verbunden.
und durstig einen ganzen tag durch eine heisse,
sandige wueste reisen,
wer moechte das schon?
also,
schnell noch den wassersack gefuellt
und los geht die reise.