die wunderbaren traeume des baeren odin
tagtraum 8

odin,
der keine lust auf eine weitere reise durch die heisse,
sandige wueste hat,
ueberlegt,
ob es nicht viel besser waere,
eine abenteuerreise in die unterwasserwelt zu machen.
dort,
unter wasser,
ist es sicher sehr viel angenehmer als in der wueste.
naja,
eben schoen kuehl und nass.
odin kniet sich am grasbedeckten ufer,
ganz nah am wasser hin um zu sehen,
was dort unten so alles los ist.
er sieht einen wunderschoenen,
in vielen farben leuchtenden fisch,
dem viele kleine luftblasen aus dem maul kommen.
saftige,
gruene wasserpflanzen bewegen sich mit den wellen,
die der fisch beim vorbeischwimmen macht.
wenn der fisch aber nicht aufpasst
und zu dicht an ihnen vorbeischwimmt wird er noch eines dieser pflanzenblaetter beruehren,
wird von ihm am bauch gekitzelt,
und muss dann bestimmt fuerchterlich laut lachen.
aber viel mehr als den fisch
und ein paar wasserpflanzen dicht unter der wasseroberflaeche,
kann odin nicht erkennen.
denn die wellen
und die sich auf der wasseroberflaeche spiegelnde sonne machen es sehr schwer,
weiter unten liegende dinge zu sehen.
odin,
der jetzt gerne im wasser waere,
um zu sehen,
wer sich noch so dort unten herumtreibt,
stellt sich vor,
er waere ein taucher
und wuerde neugierig in der unterwasserwelt des meeres,
herumschwimmen.
zum tauchen braucht man selbstverstaendlich ein paar taucherflossen,
die die fortbewegung unter wasser sehr erleichtern.
dazu kommt eine taucherbrille,
damit man die augen unter wasser offen halten kann
und nicht ein troepfchen wasser ins auge bekommt.
dann braucht man noch eine sauerstoffflasche,
die man sich auf den ruecken bindet
und mit einem zusaetzlichen gurt rund um den bauch befestigt,
damit sie nicht herumpurzelt.
die sauerstoffflasche braucht man,
um unter wasser atmen zu koennen.
denn eigentlich koennen nur die fische unter wasser atmen.
ein baer kann das zwar auch,
aber nur mit einer,
auf dem ruecken befestigten sauerstoffflasche.
um diese luft aus der sauerstoffflasche atmen zu koennen,
fuehrt noch ein schlauch nach vorne zum mund des tauchers,
an dessen ende sich ein mundstueck befindet,
das sich der taucher in den mund steckt,
um zu atmen.
ja
und damit odin,
wenn er nur dicht unter der wasseroberflaeche schwimmt,
keine luft aus der sauerstoffflasche verbrauchen muss,
hat er noch einen kleinen schorchel dabei.
den schnorchel steckt er sich,
dort wo das gebogene ende ist,
in den mund
und laesst das andere ende nach oben aus dem wasser schauen.
schnorcheln kann man also nur ganz dicht unter der wasseroberflaeche.
denn so ein schnorchel ist sehr kurz
und wenn man ein klein wenig zu tief mit ihm taucht,
laeuft von oben etwas wasser hinein
und man kann sich verschlucken.
nicht zu vergessen ist auch ein taucherguertel mit gewichten,
die an diesem befestigt sind.
ohne diesen guertel wuerde man staendig nach oben zur wasseroberflaeche getrieben.
mit ihm kann man schoen ruhig ueberall dort hinschwimmen wo man moechte.
doch halt,
was ist denn das?
an der wasseroberflaeche schwimmt eine lustige kleine qualle.
ihre duennen,
langen aermchen,
sie hat davon sehr viele,
bewegen sich in den wellen hin und her.
die qualle,
die hell orange leuchtet,
schwimmt im wasser umher
und unterhaelt sich mit jedem,
der bei ihr vorbeikommt.
sie fragt ihn,
in welche richtung er schwimmt
und was er dort machen moechte.
eine sehr neugierige qualle,
oder?
doch da,
schon wieder ein fisch.
diesmal ist es ein lila
und rot gestreifter fisch mit einer ziehmlich langen rueckenflosse.
und auch er macht kleine luftblasen,
waehrend er an odin vorbeischwimmt.
wo der gestreifte fisch wohl hinschwimmt?
odin entschliesst sich,
dem bunten fisch einfach einmal hinterherzutauchen,
um zu sehen was er vor hat
und ob noch mehr fische dort sind wo er hinschwimmt.
odin taucht dem fisch eine weile hinterher.
aber dieser verschwindet ploetzlich hinter einem grossen felsen.
odin schwimmt so schnell er kann auch um den felsen herum,
aber der fisch den er verfolgt hat,
ist weg.
aber was er dann sieht,
ueberrascht in sehr.
in einem gruenen tal,
umgeben mit bergen,
die auch wunderschoen gruen sind,
erblickt odin viele,
viele fische
und andere unterwassertiere,
die sich hier zusammen tummeln.
odin weiss nicht,
wo er zuerst hinschauen soll.
da sind zuerst die bunten fische,
die herumschwimmen.
jeder einzelne unterscheidet sich von den anderen.
einer ist schoener
und bunter als der andere.
und odin bemerkt im gleichen moment,
dass er nicht alleine ist.
nein.
da sind noch zwei andere kleine baeren die links
und rechts neben ihm im wasser tauchen,
und auch sehr,
sehr ueber das geschehen hier unten staunen.
odin sieht unten auf dem grund ein rotes tier,
das grosse zangen an den vorderen armen,
und dazu noch acht kleine beinchen zum laufen hat.
es ist ein feuerroter hummer,
der sich gerade die neuankoemmlinge ansieht,
die viele blaeschen mit ihren sauerstoffflaschen beim ausatmen machen.
die taucher werden auch von einem tintenfisch beobachtet,
der auf einem mit algen bewachsenen felsvorsprung sitzt.
er hat viele arme,
an denen sich viele,
viele saugnaepfe befinden,
mit denen er sich ueberall festsaugen kann.
die taucher muessen darauf achten,
dem tintenfisch nicht zu nahe zu kommen.
denn wenn sie ihn erschrecken,
versprueht er seine tinte
und niemand kann mehr etwas in seiner naehe sehen.
alles waere dann in einen blauen nebel eingehuellt.
ueber ihnen schwimmt eine riesige,
braune wasserschildkroete laechelnd durch das wasser.
hinter der schildkroete dreht ein wunderschoener delphin seine runden durch das klare wasser.
man kann sehr weit sehen.
und wer schwimmt noch weiter hinten?
ein grosser schwarz und weissfarbener wal,
der genauso wie der delphin,
gemuetlich einige runden dreht
und auch sehen moechte,
wer die drei fremden,
luftblasenmachenden taucher sind,
die nahe dem meeresgrund herumschwimmen.
der ganze meeresboden ist mit algen,
schlingpflanzen,
seeanemonen
und muscheln bedeckt.
auch die kleinen arme der seeanemonen bewegen sich im wasser hin und her.
man koennte denken,
sie tanzen miteinander.
oh,
wer schwimmt denn da oben herum,
denkt sich odin?
ein klitzeklitzekleines seepferdchen schwimmt weit oben umher.
es hat eine kleine knubbelnase,
die wie ein elephantenruessel aussieht
und eine kleine rueckenflosse,
die es braucht,
um im wasser auf und ab,
nach links und rechts
und nach oben und unten zu schwimmen.
das schwaenzchen braucht es,
um sich an kleinen steinen oder pflanzenstengeln- und blaettern festzuhalten.
so ein seepferdchen schwimmt eigentlich nicht so frei im wasser herum,
sondern haelt sich irgendwo,
geschuetzt von pflanzenblaettern
und gestein,
auf.
eben dort wo es den wellen
und anderen gefahren nicht so schutzlos ausgeliefert ist.
denn wenn einmal ein wal oder delphin zu schnell an dem kleinen seepferdchen vorbeischwimmt,
wird es ganz schoen herumgewirbelt,
ihm wird vielleicht ziehmlich schwindelig
und es muss sich dann erst einmal wieder eine pflanze suchen um halt zu finden.
einer der drei baeren,
der eine taucheruhr traegt,
gibt den anderen beiden baeren das zeichen,
dass sie nur noch fuer einige minuten luft in ihren sauerstoffflaschen haben,
und sie ganz langsam daran denken muessen,
aufzutauchen.
aber was sieht odin da?
ein kleiner fisch hat sich in den dichtgewachsenen schlingpflanzen nahe eines felsens verfangen.
er nimmt sich das tauchermesser,
das sich ein baer mit einer halterung am bein befestigt hat
und schwimmt zu dem fisch.
er zerschneidet mit dem messer die algen
und schon kann der fisch zurueck zu den anderen schwimmen.
odin freut sich sehr darueber,
einem unterwasserbewohner geholfen zu haben.
auch alle anderen freuen sich ueber odins hilfe
und dass alles noch einmal gutgegangen ist.
doch nun ist es wirklich zeit,
langsam aufzutauchen,
denn die luft ist fast verbraucht
und die sauerstoffflaschen somit fast leer.
das tauchen hat sehr viel spass gemacht
und odin hat sich ueberlegt,
wenn die sauerstoffflaschen wieder gefuellt sind noch einmal zu all den tieren
und fischen hinabzutauchen.