die wunderbaren traeume des baeren odin
tagtraum 9

odin, der mittlerweile grossen hunger bekommen hat,
macht sich nun auf den weg,
etwas zu essen zu finden.
was er aber genau essen moechte,
weiss er noch nicht.
er wird bei seiner suche im wald schon etwas finden,
das ihm schmeckt.
aber was?
soll er nach saftigen beeren im wald suchen?
soll er zu den bienen gehen,
um sich etwas von deren leckeren honig geben lassen?
oder soll er vielleicht hinunter zum bach laufen
und sich eine frische forelle fangen?
er weiss es nicht,
und kann sich auch zu nichts entschliessen.
naja,
denkt er sich,
und laeuft einfach los.
in irgend eine richtung.
er wird schon etwas zu essen finden.
odin sieht einen alten apfelbaum,
mit vielen aepfeln,
die aber weit oben in der baumkrone haengen.
er klettert ueber viele aeste nach oben.
aber die aeste werden immer duenner
und odin ist sich nicht mehr sicher,
ob die duennen aeste sein gewicht noch lange tragen.
der ast,
auf dem sich odin jetzt befindet ist schon ganz schoen duenn.
und was ist denn das?
jetzt fliegt ihm auch noch ein kartoffelkaefer um die nase
und macht ihm das klettern damit noch schwerer.
was moechte denn eigentlich ein kartoffelkaefer auf einem apfelbaum?
odin moechte den kartoffelkaefer danach fragen,
aber dieser ist schon wieder verschwunden.
er hoert nur noch das leise summen des kaefers zwischen den baeumen,
das immer leiser wird.
naja,
pech gehabt,
sagt sich odin
und klettert weiter nach oben.
aber wo sind denn jetzt all die saftigen aepfel,
die er von unten,
als er auf der wiese stand,
hier oben hat haengen sehen?
oje, sie haengen genau an der stelle,
die er ueber die viel zu duennen aeste nicht erreichen kann.
es bleibt odin also nichts weiter uebrig,
als wieder hinunterzuklettern
und zum bach zu laufen.
dort moechte er sich eine forelle fangen.
aber als er dort ankommt,
bemerkt er,
dass niemand im bach zu finden ist.
nicht eine forelle schwimmt darin.
also was bleibt ihm jetzt noch anderes uebrig,
als zu den bienen zu laufen
und diese zu fragen,
ob sie ihm etwas honig geben koennen.
das tut er auch
und die lieben bienen fuellen ihm eine ganze menge honig in einen grossen topf,
den er einmal im wald gefunden hat.
odin laeuft mit dem topf an eine stelle im wald,
an der er sehr viel ruhe hat
und von niemandem beim honigessen gestoert werden kann.
er hat einen so grossen hunger,
dass er den ganzen honig aus dem topf isst.
anschliessend leckt er sich seine honigverschmierten tatzen ab
und legt sich vollgegessen in eine gemuetliche,
moosbewachsene ecke zwischen zwei alten baeumen
und einigen farnen.
odin schlaeft sofort ein und traeumt.
er bemerkt, dass er eine blaue latzhose,
die einige flicken hat,
traegt.
dazu traegt er eine blaue schirmkappe
und ein gruen - gelbes hemd.
er steht zwischen kleinen sandbergen
und hat eine schaufel in den haenden.
er ist ein gleisarbeiter,
der gerade den alten sand zwischen den bahngleisen mit neuem sand auffuellt.
eine wunderschoene lokomotive wartet auch schon darauf weiterzufahren zu koennen,
wenn alle gleisarbeiter von den gleisen zurueckgetreten sind.
das dauert aber noch einen moment,
denn auf die schienen ist waehrend der arbeit eine menge sand gefallen,
und dieser muss erst weggekehrt werden,
bevor die lokomotive weiterfahren kann.
so,
die schienen sind jetzt frei und die lokomotive kann wieder weiterfahren.
oh,
da kommt ja schon die naechste lokomotive.
und sie hat einen anhaenger,
in dem sich brennholz fuer den ofen der lokomotive befindet.
aber warum hat denn die lokomotive so viel brennholz auf ihrem anhaenger?
wo moechte sie denn hinfahren,
wenn sie so schwer mit holz beladen ist?
naja,
wir koennen ja einmal den lokomotivfuehrer fragen,
der uns schon ganz begeistert zuwinkt.
aber wer ist denn das im fuehrerhaus der lokomotive?
es ist odin.
ja,
es ist odin der die lokomotive faehrt.
eben war er noch mit gleisarbeiten beschaeftigt
und jetzt faehrt er die lokomotive an die kleine laderampe,
um noch ein wenig brennholz nachzuladen.
einer der gleisarbeiter,
die vor der lokomotive stehen,
fragt odin wo er denn hinfaehrt,
nachdem er noch etwas brennholz nachgeladen hat.
und odin sagt,
dass er weiter in einen grossen bahnhof faehrt,
um einige baerenwaggons,
einen paketwaggon, einen speisewaggon
und einen waggon voll mit honig beladen,
anzukoppeln.
danach faehrt er einige meter weiter,
damit alle baeren,
die eine gueltige fahrkarte haben,
in die baerenwaggons einsteigen koennen.
zur gleichen zeit werden dann die honigtoepfe aufgeladen,
die kueche des speisewaggons mit frischem obst,
gemuese und allen anderen sachen,
die eine kueche so braucht versorgt
und alle pakete und briefe,
die alle dorthin muessen,
wo auch der zug hinfaehrt,
in den paketwaggon geladen.
doch bevor odin die waggons ankoppelt,
muss er noch wasser aus dem,
neben den gleisen stehenden wasserturm,
in seine wasserkammer in der lokomotive einfuellen.
das holz,
aus dem direkt an die lokomotive angehaengten waggon,
braucht odin,
um den ofen der lokomotive auf hohe temperatur zu bringen.
der ofen erwaermt dann das wasser
und es entsteht heisser wasserdampf,
mit dem die lokomotive angetrieben wird.
da der zug jetzt mit allem beladen ist,
kann die reise in die naechste stadt nun losgehen.
aber halt,
die gleisarbeiter koennen den zug noch nicht losfahren lassen.
die fahrgaeste werden wohl mit etwas verspaetung rechnen muessen,
denn die gleisarbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen.
es muessen noch einige holzschwellen,
die mit der zeit durch regen und sonne grosse risse bekommen haben,
durch neue ersetzt werden.
das wird natuerlich einige zeit dauern.
wenn es nicht nur drei,
sondern mehr gleisarbeiter waeren,
ginge diese arbeit viel schneller vorwaerts
und der zug koennte frueher losfahren.
aber drei gleisarbeiter sind nun einmal viel zu wenig,
um diese arbeiten schnell auszufuehren.
ausserdem muessen nicht nur die holzschwellen ausgetauscht,
sondern der sand zwischen den schwellen muss auch neu aufgefuellt werden,
damit diese festen halt unter dem gewicht eines darueber fahrenden zuges haben.
denn wenn die zwischenraeume zwischen den schwellen ohne sand bleiben,
koennten diese verrutschen
und die lokomotive mit den angehaengten waggons entgleisen.
aber das moechte ja wohl niemand
und deshalb fuehren die gleisarbeiter ihre arbeit mit sehr viel sorgfalt aus.
niemand moechte,
dass die grosse lokomotive umfaellt.
und wer soll diese wieder auf die gleise heben,
wenn sie umgefallen ist?
damit alles schneller geht, hat sich odin dazu entschlossen,
den drei gleisarbeitern zu helfen.
nun geht alles sehr schnell
und die holzschwellen sind sehr schnell verlegt.
schwupps
und schon ist auch der neue sand zwischen den schwellen
und gibt diesen festen halt.
tja, acht baerentatzen sind eben mehr als sechs!
nun kann die reise losgehen.
odin steigt wieder in das fuehrerhaus der lokomotive
und wirft viel holz in den ofen,
damit viel druck im dampfkessel entsteht.
die lokomotive setzt sich in bewegung
und odin zieht zum zeichen der abfahrt an der schnur der pfeife.
man hoert ein lautes pfeifen,
das alle darauf aufmerksam macht,
dass der zug nun abfaehrt.
die fahrgaeste haben die fenster der baerenwaggons geoeffnet
und winken allen auf dem bahnhof zurueckgebliebenen freunden
und verwandten zum abschied.
einige winken mit ihren taschentuechern,
andere winken mit ihren tatzen.
wieder andere huepfen aufgeregt hin und her.
aus dem schornstein der lokomotive steigt schwarzer rauch auf
und odin zieht noch einmal an der schnur,
damit die pfeife der lokomotive noch einmal laut pfeift.
das macht ihm sehr viel spass
und odin faehrt lachend mit der lokomotive aus dem bahnhof heraus.
dabei stoesst die lokomotive auch seitlich weissen wasserdampf heraus,
und die baeren auf dem bahndamm muessen nun ein kleines stueck zurueckgehen,
da dieser dampf sehr heiss ist.
die lokomotive hat nun den bahnhof verlassen
und wird auf ihrer reise in die naechste stadt an einigen haltestellen halten,
um fahrgaeste ein- und aussteigen zu lassen,
sowie durch einige tunnels und ueber einige bruecken fahren.